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Ethik und Web 2.0 (2011)

Prof. Dr. med. Dr. phil. Daniel Strech (Institut für Geschichte, Ethik und Philosophie der Medizin, Medizinische Hochschule Hannover) referierte bei der Veranstaltung, die am 5. Dezember 2011 in Hannover stattfand, über "Web 2.0 und Social Media: Die Perspektive der Medizinethik".

Zunehmend werden national und international die ethischen Aspekte der Web-2.0-Anwendungen in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen diskutiert. Hierzu gehören sowohl die sogenannten Social Media wie Wikipedia, Facebook, Twitter, Youtube wie auch Bewertungsportale jeglicher Form. Alle diese Formen von Social Media können (und tun dies bereits) in verschiedenen Bereichen des Gesundheitssystems Anwendung finden.

Zum einen sind Patienteninformationen zu Erkrankungen, Diagnose- und Therapieoptionen über das Internet verfügbar. Darüber hinaus finden sich webbasierte Angebote wie z.B. Online-Patient-Communities, Arztbewertungsportale, Ärzte-Blogs oder Facebook-Auftritte von medizinischen Institutionen, Fachgesellschaften oder einzelnen Praxen. All diese Social Media- und Web-2.0-Anwendungen im Gesundheitsbereich stehen vor besonderen ethischen Herausforderungen, die sich aufgrund der spezifischen Verpflichtungen und Kodizes (wie natürlich auch rechtlichen Regelungen) ergeben.

Die Tatsache, dass sich die medizinischen Institutionen und Professionen mit einer neuen (Web-)Community und ihren (teilweise) neuen oder zumindest weiterhin pluralen Wertvorstellungen konfrontiert sehen, ist bereits aus soziologischer, medienpsychologischer und ökonomischer Sicht interessant und wird gegenwärtig in verschiedenen Projekten dieser Disziplinen empirisch (deskriptiv) untersucht.

Die medizinethische Perspektive geht über die Analyse von Moralvorstellungen hinaus und fragt, wie diese Veränderungen und neuen Handlungsoptionen aus Sicht der medizinischen Institutionen und Professionen (normativ) zu "bewerten“ sind. Der Vortrag von Prof. Strech verfolgt zwei Ziele: Er gibt zunächst einen Überblick über einige zentrale ethische Herausforderungen im Umgang mit Social Media in der Medizin, zum anderen wird aufgezeigt, welche ethischen Prinzipien berücksichtigt, welche Verfahrensschritte eingehalten und welche offenen Forschungsfragen gestellt werden müssten, damit zukünftige Entscheidungen zur Anwendung (Förderung) oder auch Ablehnung (Hemmung) von Web-2.0-Anwendungen in der Medizin in ihrer Legitimität angemessen begründet werden können.

Dateien
Referat Prof. med. Dr. phil. Daniel Strech   808.8 KB  
Web 2.0 und Social Media
erstellt am: 24.07.2012 22:09 — zuletzt verändert: 20.05.2013 23:13

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