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Gesundheits-Apps: Standards sind gefragt

Pressemitteilung, 7.12.2012

Hannover, 7. Dezember 2012 (afgis) - Experten gehen von 200 Millionen verwendeten mHealth-Applikationen (Apps) weltweit aus. Der Einsatz von mHealth-Apps kann sich positiv auf die Gesundheit des Einzelnen auswirken. Davon zeigten sich Experten bei dem Workshop "Gesundheit als Applikation: Medical Apps in der Diskussion" des Aktionsforums Gesundheitsinformationssystem (afgis) e.V. am 7. Dezember in Hannover überzeugt.

Die Anwendungen haben das Potential die Gesundheitskompetenz zu steigern, den Patienten in den Behandlungsverlauf einzubeziehen und bieten Einsparpotenziale, z.B. durch Telemonitoring. Allerdings bringt der Einsatz dieser Technologie auch unkalkulierbare Risiken mit sich, weil es für Produzenten keine verbindlichen Vorgaben bei der Herstellung und für Verbraucher keine transparenten Qualitätsmerkmale vor einer Nutzung gibt.

Ein geregeltes Verfahren gibt es für Apps, die vom Hersteller als Medizinprodukt eingestuft werden. Sie sind meldepflichtig und einem Prüfverfahren durch so genannte "benannte Stellen" wie dem TÜV zu unterwerfen. Für die zentrale Erfassung und Bewertung von Risiken ist das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) und das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) zuständig.

Die Mehrzahl der Apps wird allerdings nicht als Medizinprodukt in den Verkehr gebracht. Auch für diese Anwendungen sollten sowohl Qualitätsstandards als auch Qualitätsprüfungen existieren, damit ersichtlich ist, ob sie sicher und vertrauenswürdig sind.

Welche Angaben sollten Hersteller liefern, wenn sie eine App in Verkehr bringen? Vertreter von afgis e.V., Hannover, Medinfo.de, Köln, des Peter L. Reichertz Instituts für Medizinische Informatik, Hannover, der Initiative Präventionspartner, Freiburg, und des Zentrums für Telematik im Gesundheitswesen (ZTG), Bochum, fixierten folgende Basiselemente:

  1. Angaben über den Hersteller (Impressum, Autoren, Quellen, Aktualität der Daten, Rückmeldemöglichkeit)

  2. Angaben über das Produkt (Darstellung des Anwendungsbereiches, Versionsnummer, Nutzen, Funktionalität, durchgeführte Tests, Studien o.ä., bekannte und behobene Störungen, Limitationen)

  3. Angaben zum Datenschutz (Datenschutzerklärung)

  4. Angaben zur Finanzierung (Finanzierungsquellen)

Entlang dieser Qualitätsmerkmale sind Prüfprozeduren für Apps zu etablieren, die - als Selbstcheck oder Fremdprüfung - Anbietern die Möglichkeit bieten, das eigene Produkt zu testen. Das Ergebnis dieser Tests muss potentiellen Nutzern leicht zugänglich und in allgemein verständlicher Form im Internet zur Verfügung stehen.

Weitere Informationen für Journalisten und Interessierte:

Raimund Dehmlow, Vorsitzender afgis e.V., Tel.: 0511/380-2214, Fax: 0511/380-2241, E-Mail: dehmlow@afgis.de, Internet: www.afgis.de

Bei Abdruck bitten wir um Zusendung eines Belegexemplars.

Hintergrund

Das 2003 gegründete "Aktionsforum Gesundheitsinformationssystem (afgis)“ e.V. ist ein bundesweiter Zusammenschluss von Verbänden, Unternehmen und Einzelpersonen, der sich als Qualitäts- und Qualifizierungsnetzwerk versteht.

Das von afgis vergebene Qualitätslogo kennzeichnet Internetangebote, die qualitativ hochwertige Gesundheitsinformationen bereithalten.

afgis entwickelt und fördert nutzergerechte Standards in allen Bereichen der Vermittlung von Gesundheitsinformationen im Internet.

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erstellt am: 06.12.2012 19:57 — zuletzt verändert: 23.12.2012 15:39

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