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afgis-Newsletter, Ausgabe April 2015

Für afgis haben sich in der ersten Monaten des Jahres eine Reihe hervorragender Möglichkeiten geboten, die eigene Kompetenz in Diskussions- und Entscheidungsprozesse einzubringen. Das Editorial und die Rubrik "afgis aktuell" geben einen Überblick über unsere Aktivitäten und Statements zu den Themen eHealth-Gesetz, Prüfung und Bewertung von Gesundheits-Apps und der überarbeiteten Fassung der "Guten Praxis Gesundheitsinformation". Dr. rer. medic. Klaus Koch, Mitautor der "Guten Praxis", konnten wir für ein Interview gewinnen. "Drei Fragen ...“ zum Thema Online-Gesundheitsinformationen stellten wir diesmal Dr. med. Andreas Gassen, dem Vorstandsvorsitzenden der KBV. Nachrichten rund um das Thema Gesundheitsinformation und Termine komplettieren die aktuelle Ausgabe.

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April 2015


Inhalt

  • Editorial | Das Holz ist bereits zum Boot geworden

  • afgis Termine | afgis-Workshop "Formale und inhaltliche Prüfung von Gesundheitsinformationen im Internet" und -Mitgliederversammlung am 4. Dezember 2015
  • afgis aktuell | 30 erfolgreiche Zertifizierungen in 2014 // Dr. rer.nat Thomas Königsmann neu im Beirat // afgis-Workshop "Selbsthilfe: Rechtssicher und vertrauenswürdig online" // Antragsformular zum Selbsttest frei zugänglich // afgis-Flyer mit Tipps für Gesundheitssurfer // eHealth-Gesetz: afgis-Statement zum Referentenentwurf // afgis-Beirat und -Vorstand auf Symposium "BfArM im Dialog - Medical Apps" // afgis-Beirat auf eHealth-Konferenzen in Brüssel und Riga // Sicherer im Internet: Was afgis zum Schutz vor Spähattacken empfiehlt
  • "Gute Praxis Gesundheitsinformation" vom Statement zur Anwendung? Interview mit Dr. rer. medic. Klaus Koch, Ko-Sprecher des Fachbereichs Patienteninformation und -beteiligung des DNEbM
  • Drei Fragen an … Dr. med. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV)
  • Nachrichten & Termine | Vorsitzende des EbM-Netzwerks in den Sachverständigenrat der Bundesregierung berufen // Neuer Vorstand im EbM-Netzwerk // Radiopodcast "Evidenzbasierte Medizin - Was habe ich davon?" // Senioren suchen Gesundheits-Rat im Web // 6.-7. Mai 2015: Salut! DaSein gestalten. Der Gesundheitskongress in Saarbrücken // 21. Mai 2015: Jahrestagung des Deutschen Ethikrates // 9. Juni 2015: Fachtagung Datenschutz in der Medizin - Update 2015 // 16.-17. Juni 2015: Fachkongress Gesundheit & Versorgung // 5.-6. November 2015 - 6. Nationaler Fachkongress Telemedizin

 

Editorial

Das Holz ist bereits zum Boot geworden

Raimund Dehmlow

Es sind die bekannten Reflexe, die als Reaktionen auf die Vorlage des Referentenentwurfs eines Gesetzes für sichere digitale Kommunikation und Anwendungen im Gesundheitswesen, kurz eHealth-Gesetz, zu beobachten waren, nicht selten geprägt davon, die eigenen Einflussbereiche zu sichern und Veränderungen nur dann zuzulassen, wenn sie zum eigenen Vorteil gereichen. Dabei ist unzweifelhaft, dass die etablierten Kommunikationsstrukturen auf den Prüfstand gehören und nicht nur der viel zitierte demografische Wandel, sondern auch die globale Entwicklung, Antworten und pragmatische Entscheidungen verlangen.

Für das Aktionsforum Gesundheitsinformationssystem (afgis) e.V. haben sich vor diesem Hintergrund eine Reihe hervorragender Möglichkeiten geboten, die eigene Kompetenz - ob gefragt oder ungefragt - in Diskussions- und Entscheidungsprozesse einzubringen: Der neue afgis-Vorstand hat mit Unterstützung seines Wissenschaftlichen Beirats (aktuell verstärkt durch Dr. rer. nat. Thomas Königsmann vom Fraunhofer ISST in Dortmund) eine Stellungnahme zum eHealth-Gesetz eingebracht, ein Grundsatzdokument zur Prüfung und Bewertung von Gesundheits-Apps vorgelegt und die Weiterentwicklung der "Gute Praxis Gesundheitsinformation" ausführlich kommentiert.

Als Referenten oder Teilnehmer waren wir bei zahlreichen Tagungen präsent und konnten im Austausch mit Fachkreisen und Laien wichtige Erfahrungen sammeln. Die nicht unwichtigste lautet: Unsere inhaltliche Position ist gefragt, die Qualitätsbeurteilung von Gesundheitsinformationen und die Transparenz über den Prozess ihrer Produktion und Bereitstellung sind aktueller denn je.

Die rege Inanspruchnahme der von uns angebotenen Qualitätsprüfung hat uns in die Lage versetzt, unseren Prüfprozess weiter optimieren und präzisieren zu können. Insbesondere die in Kooperation mit der Nationalen Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen (NAKOS) durchgeführten Workshops für Einrichtungen der Selbsthilfe waren in dieser Hinsicht eine wichtige Erfahrung. Um die Frequentierung unserer Qualitätsprüfung weiter zu erhöhen und Schwellenängste vor der Prüfung abzubauen, haben wir ein Test-Prüfmodul auf unserer Website zur Verfügung gestellt, so dass interessierte Anbieter recht konkret ermitteln können, welche Anforderungen an eine erfolgreiche Absolvierung des Verfahrens gestellt werden.

Uns war nicht nur daran gelegen, Anbietern Hilfestellung bei der Produktion von Gesundheitsinformationen bereit zu stellen, im Fokus unserer Veröffentlichungen stand auch immer der Nutzer selbst: Unser afgis-Flyer mit Tipps für Gesundheitssurfer und die Empfehlungen zum Schutz vor Spähattacken werden als Handreichungen gut genutzt und stehen auf der Website oder als Printversion zur Verfügung.

Fühlen Sie sich eingeladen, die oben beschriebenen Fakten im Detail in unserem Newsletter nachzulesen, aber auch mit afgis zu diskutieren, zu kooperieren oder (warum nicht?) gar Mitglied zu werden. Kommen Sie ins Boot!

Herzliche Grüße

Raimund Dehmlow

 

afgis Termine

 

4. 12. 2015

afgis-Workshop und -Mitgliederversammlung

Hannover, Ärztehaus, Berliner Allee 22

10.30 bis 12.30 Uhr
afgis-Workshop "Formale und inhaltliche Prüfung von Gesundheitsinformationen im Internet"
Referenten: Dr. rer. medic. Klaus Koch (EbM-Netzwerk), Raimund Dehmlow (afgis)
Moderation: Dr. phil. Uwe Prümel-Philippsen

Teilnahmegebühr: 50 Euro (für Mitglieder von afgis e.V. ist die Teilnahme kostenfrei)
Einlass: 10 Uhr. Die Anzahl der Teilnehmer ist auf 50 beschränkt.

13.30 bis 16.00 Uhr
afgis-Mitgliederversammlung 2015
u. a. Wahl des/der 1. Vorsitzenden

Möchten Sie am Workshop und/oder der Mitgliederversammlung teilnehmen? Dann melden Sie sich bitte unter verwaltung@afgis.de möglichst frühzeitig an.

 

afgis aktuell

 

30 erfolgreiche Zertifizierungen in 2014

In 2014 konnte die Anzahl der durch afgis zertifizierten Websites auf dem Niveau des Vorjahres gehalten werden. Auch das Jahr 2015 begann vielversprechend: Bisher wurde bereits 14 Mal das afgis-Siegel vergeben. Welche Websites aktuell das afgis-Logo tragen, ist jederzeit einzusehen unter www.afgis.de/qualitaetslogo/aqdb/anbieter

Dr. rer. nat. Thomas Königsmann neu im Beirat

Der Informatiker leitet die Abteilung "E-Health Infrastrukturen und Dienste" beim Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik (Fraunhofer ISST) in Dortmund. Seit Januar 2015 ist er Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat von afgis. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit!

afgis-Workshop "Selbsthilfe: Rechtssicher und vertrauenswürdig online"

Der zweiteilige Workshop von afgis e.V. und der Nationalen Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen (NAKOS), der am 20. März 2015 in Hannover stattfand, beschäftigte sich mit aktuellen Standards für die Internetpräsentation von Selbsthilfevereinigungen. Das Programm umfasste folgende Vorträge und Foren:
•    Rechtssichere Selbsthilfe-Websites (Jörg Heidrich, afgis-Beirat)
•    Schutz der Nutzerinnen- und Nutzerdaten bei Selbsthilfeangeboten im Internet (Miriam Walther, NAKOS)
•    Forum I Starter-Angebot: Empfehlungen für die rechtssichere und vertrauenswürdige Selbsthilfe-Website (Martin Schumacher, afgis / Miriam Walther, NAKOS / Ingo Kusserow, afgis-Schatzmeister)
•    Forum II für Fortgeschrittene: "afgis-Qualitätsprüfung“ (Oliver Busse, afgis / Raimund Dehmlow, afgis-Vorstand)
Der Bericht über den Workshop und die Vorträge stehen auf der afgis-Website zur Verfügung: www.afgis.de/netzwerk/workshops/selbsthilfe-rechtssicher-und-vertrauenswuerdig-online

Antragsformular zum Selbsttest frei zugänglich

Anbieter von Gesundheitswebsites können das afgis-Qualitätsmodul nun probehalber ausfüllen, ohne sich zu registrieren. Dies soll insbesondere Anbietern, die zum ersten Mal die afgis-Zertifizierung beantragen möchten, bei der Vorbereitung helfen. Sie sehen so, ob ihre Website die afgis-Kriterien erfüllen kann und welche Informationen eventuell noch fehlen.
Zum Prüfmodul zum Ausprobieren

afgis-Flyer mit Tipps für Gesundheitssurfer

Auch wenn die Zahl der zertifizierten Gesundheitswebsites zunimmt, gibt es weiterhin viele nicht-zertifizierte Angebote, deren Vertrauenswürdigkeit für Laien schwer einzuschätzen ist. Der Flyer „Tipps für Gesundheitssurfer“ listet einige Standards auf, über die vertrauenswürdige Websites verfügen sollten. Er eignet sich gut, um ihn beim Surfen als Merkhilfe direkt neben dem Rechner parat zu halten.
Weitere Infos und Download: www.afgis.de/news/welcher-information-kann-ich-trauen-afgis-flyer-mit-tipps-fuer-gesundheitssurfer
Bestellung der Printversion (gern auch in Mehrfachexemplaren): info@afgis.de

eHealth-Gesetz: afgis-Statement zum Referentenentwurf

Im Januar veröffentlichte das Bundesministerium für Gesundheit einen Referentenentwurf für ein Gesetz für „sichere digitale Kommunikation und Anwendungen im Gesundheitswesen“. afgis e. V. hat in seiner Stellungnahme den Entwurf begrüßt, aber auch auf einige verbesserungswürdige Punkte hingewiesen.
Zum afgis-Statement: www.afgis.de/news/ehealth-gesetz-afgis-statement-zum-referentenentwurf

afgis-Beirat und -Vorstand auf Symposium "BfArM im Dialog – Medical Apps"

200 Experten aus Wirtschaft, Forschung, Politik und Verwaltung haben am 20. März 2015 in Bonn bei dem vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) organisierten Symposium über die Chancen und Risiken von Medizin-Apps diskutiert. Die Experten waren sich darin einig, dass sich die rechtlichen Rahmenbedingungen mit diesem schnell wachsenden und sich schnell verändernden Markt weiter entwickeln müssen. Dr. med. Urs-Vito Albrecht, MPH, Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats von afgis e.V. und Dr. med. Susanne Rödel, 2. Vorsitzende des afgis-Vorstands nahmen an der Veranstaltung teil.
Zur Pressemeldung des BfArM: www.bfarm.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/mitteil2015/pm4-2015.html?nn=3614732

afgis-Beirat auf eHealth-Konferenzen in Brüssel und Riga

Dr. med. Urs-Vito Albrecht, MPH, Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats von afgis e.V. nahm als Delegierter des Vereins und der Medizinischen Hochschule Hannover an der Konferenz “eHealth in Europe: Empowering Patients and Offering Better Connected Healthcare Services” (www.publicpolicyexchange.co.uk/events/FA27-PPE2) des Public Policy Exchange-Programms am 27. Januar 2015 in Brüssel teil. Bei dem gut besuchten Symposium wurden in acht Vorträgen mit begleitenden Diskussionsrunden unterschiedliche Facetten der eHealth- und mHealth-Situation beleuchtet. Ein inhaltlicher Schwerpunkt war die Digitale Agenda der EU-Kommission. Hierzu werden die Akteure auf der mHealth-Summit im Rahmen der eHealth-Week in Riga am 28. und 29. April 2015 ihren Dialog fortsetzen.

Sicherer im Internet: Was afgis zum Schutz vor Spähattacken empfiehlt

Um das Risiko von Spähattacken zu verringern, sind Anbieter und Nutzer von Internetangeboten gefordert. afgis e.V. hat einige wesentliche Anforderungen zusammengestellt: www.afgis.de/news/sicherer-im-internet-2013-was-afgis-zum-schutz-vor-spaehattacken-empfiehlt

 

Interview

"Gute Praxis Gesundheitsinformation" - vom Statement zur Anwendung? Interview mit Dr. rer. medic. Klaus Koch

nullDas Deutsche Netzwerk Evidenzbasierte Medizin (DNEbM) hat am 13. März auf seinem Kongress in Berlin die neue Fassung von "Gute Praxis Gesundheitsinformation" vorgestellt. Wir fragten Dr. rer. medic. Klaus Koch, Ko-Sprecher des Fachbereichs Patienteninformation und -beteiligung des DNEbM, nach den neuen Inhalten und den Plänen zur Anwendung.

Was hat sich im Vergleich zur ersten Version von 2010 geändert?

Die erste Version der "Guten Praxis" war vor allem ein Grundsatzstatement. Ihr Wert lag darin, dass sich eine Gruppe von Experten und Institutionen mit unterschiedlichen Hintergründen und Interessen auf grundlegende Anforderungen an "gute" Gesundheitsinformationen verständigt hatte. Diese sollten unverzerrt und aktuell sein, auf die Bedürfnisse der Zielgruppe eingehen und informierte Entscheidungen unterstützen. Das sind Aspekte, die evidenzbasierte Informationen auszeichnen.

Die zweite Version geht jetzt einen Schritt weiter: Sie fordert, dass Ersteller von Gesundheitsinformationen transparent darlegen, welche Methoden und Prozesse sie einsetzen, um die Anforderungen zu adressieren. Ersteller sollen also ein Papier veröffentlichen, indem zum Beispiel beschrieben ist, wie man in der Regel nach Literatur sucht und bewertet oder mit Unsicherheiten umgeht.

Die Gruppe der Experten ist im Wesentlichen gleich geblieben. Alle sind Mitglied im EbM-Netzwerk. Im Kern sind es Ersteller, die einen gemeinnützigen Auftrag zur Veröffentlichung von Gesundheitsinformationen haben.

Ist die neue Version weiterhin ein Arbeitspapier oder bereits ein nutzbares Instrument?

Es ist mehr als ein Arbeitspapier. Ob jemand die neue Forderung der "Guten Praxis" erfüllt, eine Beschreibung der Methoden und Prozesse zu veröffentlichen, lässt sich ja leicht überprüfen. So gesehen ist die Version 2 bereits ein Instrument.

Spannend wird deshalb sein, wer die fertige "Gute Praxis" schließlich unterzeichnet. Wir hoffen, dass das nicht auf Mitglieder der bisherigen Gruppe beschränkt bleibt. Davon wird der weitere Weg abhängen.

Wie soll das Instrument Anwendung finden?

Wir haben in der Gruppe bislang keine Festlegung, welche der Anforderungen wie umgesetzt werden muss, um als "erfüllt" zu gelten. Ich sehe das als stufenweisen Prozess, der in der Gruppe derjenigen besprochen werden sollte, die die fertige "Gute Praxis“ unterzeichnet haben.

Der konkrete Plan ist bislang, die Internetangebote der Unterzeichner durch eine übergreifende Suche zusammenzufassen. Solch eine Metasuche wäre an sich schon ein wertvolles Angebot an diejenigen, die Gesundheitsinformationen im Internet suchen.

Im Netzwerk der Unterzeichner kann man dann Schritt für Schritt Details konkretisieren, vielleicht sogar bis hin zu einer Zertifizierung.

Mein persönlicher Wunsch ist, dass wir mittelfristig so eine Kooperation aufbauen, die zum Kern einer übergreifenden Plattform für evidenzbasierte Gesundheitsinformationen wird.

Herr Dr. Koch, herzlichen Dank für das Interview!

Zum Download der "Gute Praxis Gesundheitsinformation" auf der Website des DNEbM:
www.ebm-netzwerk.de/was-wir-tun/fachbereiche/patienteninformation/gpgi

 

Drei Fragen an …

Dr. med. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV)

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Dr. med. Andreas Gassen (52), in Düsseldorf niedergelassener Orthopäde und Unfallchirurg, steht seit dem 28. Februar 2014 an der Spitze der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). Im Interview erläuterte er seine Sicht auf die Bedeutung des Internets für die Vermittlung von Gesundheitsinformationen und Defizite bei Patienteninformationen im Web.

Wie schätzen Sie die aktuelle und künftige Bedeutung des Internets für Gesundheitsinformationen ein?

Das Internet bietet viele Informationen - auch aus dem medizinischen Bereich. Eine Internet-Recherche kann jedoch niemals das persönliche Gespräch mit dem Arzt des Vertrauens ersetzen. Aber zweifellos, das Internet hat in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen. Es stellt Ärzte und Patienten vor neue Herausforderungen. Denn die Patienten sammeln vor dem Arztbesuch zahlreiche Informationen aus dem Netz und konfrontieren ihren Arzt dann anschließend mit diesen teils widersprüchlichen Aussagen.

Welche Rolle spielt die Qualität von Online-Gesundheitsinformationen aus Ihrer Sicht?

Die Qualität spielt eine sehr große Rolle. Das Internet spuckt seine Inhalte ungefiltert aus. Was seriös oder wissenschaftlich fundiert ist, kann der Laie schwer erkennen. Häufig lassen sich die Informationen im Internet nicht auf ihre Richtigkeit überprüfen. Manchmal lässt der Name der Website Rückschlüsse auf die Vertrauenswürdigkeit der Informationen zu. Wer wirklich sicher gehen möchte, informiert sich auf der Seite www.patienten-information.de von KBV und Bundesärztekammer. Dort finden sich qualitätsgeprüfte, wissenschaftlich gesicherte Informationen rund um das Thema Gesundheit.

Welche Defizite sehen Sie momentan bei Patienteninformationen im Internet?

Eine Patienteninformation im Netz kann kein Arzt-Patienten-Gespräch ersetzen. Im Internet werden zu schnelle Antworten auf zu komplexe Fragen gegeben. Häufig ist nicht klar, wer der Absender oder Ersteller der Informationen ist und wie qualitätsgesichert diese sind. Oft beantwortet das Internet also keine Fragen, sondern wirft neue auf und verunsichert die Patienten sogar.

Herr Dr. Gassen, herzlichen Dank für das Interview!

 

Nachrichten

Vorsitzende des EbM-Netzwerks in den Sachverständigenrat der Bundesregierung berufen

Prof. Dr. Gabriele Meyer, bis März 2015 Vorsitzende des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin e.V. (DNEbM), wurde im Januar 2015 von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe in den Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen berufen. Der interdisziplinär besetzte Sachverständigenrat umfasst sieben Mitglieder und gilt als wichtigstes Expertengremium der deutschen Gesundheitspolitik. Seine Aufgabe ist es, die Entwicklung der gesundheitlichen Versorgung mit ihren medizinischen und wirtschaftlichen Auswirkungen zu analysieren und Vorschläge zur weiteren Entwicklung zu unterbreiten. Hierzu erstellen die Sachverständigen der Bundesregierung alle zwei Jahre ein Gutachten, das dem Deutschen Bundestag und dem Bundesrat vorgelegt wird.

Neuer Vorstand im EbM-Netzwerk

Die Professorin Ingrid Mühlhauser (Universität Hamburg) wurde auf der Mitgliederversammlung des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin e.V. (DNEbM) am 13. März 2015 im Rahmen der 16. Jahrestagung in Berlin zur neuen Ersten Vorsitzenden gewählt. Ihr zur Seite stehen als Stellvertreterinnen die bisherige Vorsitzende Prof. Dr. Gabriele Meyer (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg) und Dr. Dagmar Lühmann (Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf) sowie als Schriftführer Dr. Markus Follmann (Deutsche Krebsgesellschaft, Berlin).
Weitere Infos: www.ebm-netzwerk.de/pdf/stellungnahmen/pm-neuer-vorstand-2015.pdf

Radiopodcast "Evidenzbasierte Medizin – Was habe ich davon?"

Dr. Sylvia Sänger erklärt in der Reihe “Fit als Patient” in kurzen und allgemein verständlichen Beiträgen, wie man sich im deutschen Gesundheitssystem zurechtfinden kann. Dabei interviewt sie Experten für die jeweiligen Themen. Der Radiopodcast über die evidenzbasierte Medizin lief am 20. Januar in der Sendung 'Voll Normal' bei Alex Radio Berlin. Interviewt wurde Frau Prof. Dr. Ingrid Mühlhauser vom DNEbM.
Diesen und weitere Beiträge nachhören unter: www.sylvia-saenger.de/fit-als-patient/

Senioren suchen Gesundheits-Rat im Web

Laut einer BITKOM-Umfrage suchen 68 Prozent der Senioren medizinischen Rat im Netz. Frauen scheinen sich häufiger als Männer online über Gesundheitsthemen zu informieren. Jeder Zehnte der Befragten gab außerdem an, seinen Arzt über das Netz zu kontaktieren.
Weitere Infos: www.monitor-versorgungsforschung.de/news/senioren-suchen-gesundheits-rat-im-web

 

Termine

 

6.-7. Mai 2015: Salut! DaSein gestalten. Der Gesundheitskongress in Saarbrücken

Gemeinsam mit den Kongressteilnehmern werden in drei hochrangig besetzten Expertenforen Thesen, Szenarien und Meilensteine für die zukunftsfähige Entwicklung der Gesundheitswirtschaft erarbeitet.
Weitere Infos: www.salut-gesundheit.de/

21. Mai 2015: Jahrestagung des Deutschen Ethikrates

Zum Thema "Die Vermessung des Menschen - Big Data und Gesundheit" diskutieren in Berlin u.a. Mitglieder des Ethikrates, Wissenschaftler und Vertreter der Quantified-Self-Bewegung.
Weitere Infos: www.ethikrat.org/veranstaltungen/jahrestagungen/die-vermessunng-des-menschen

9. Juni 2015: Fachtagung Datenschutz in der Medizin - Update 2015

Fachleute aus Wissenschaft und Praxis bieten auf der Tagung in München einen aktuellen Überblick und praktische Umsetzungshinweise, insbesondere für Ärzte, Datenschutzexperten medizinischer Betriebe, Klinik-Manager und Fachanwälte Medizinrecht und IT-Recht.
Weitere Infos: www.update-bdsg.com/tagung/muenchen/datenschutz-in-der-medizin-update-2015/uebersicht.html

16.-17. Juni 2015: Fachkongress Gesundheit & Versorgung

Der Fachkongress unter der Fragestellung "Innovation und Qualität als Vorsprung in der Versorgung - Was bringt uns die Gesundheitsreform?" findet in Leipzig statt.
Weitere Infos unter: www.gesundheitsforen.net/fachkongress

5.-6. November 2015 - 6. Nationaler Fachkongress Telemedizin

Der Kongress der Deutschen Gesellschaft für Telemedizin (DGTelemed) findet in Berlin statt. DGTelemed ist eine bundesweite Vereinigung zur Förderung, Verbreitung, Markteinführung und Publizierung moderner, innovativer Entwicklungen, Lösungen und Produkte in der Telemedizin.
Weitere Infos: www.telemedizinkongress.de

 


 

Autoren (wenn nicht anders gekennzeichnet): Raimund Dehmlow, Dr. med. Susanne Rödel

Für alle administrativen Fragen im Zusammenhang mit dem Newsletter sowie Themenvorschläge senden Sie bitte eine E-Mail an: info@afgis.de.

Bildquellen: © DNEbM, KBV, afgis e.V.

erstellt am: 17.04.2015 14:40 — zuletzt verändert: 29.04.2015 19:36

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